Frustrationsgefäss bei Eltern: Warum es überläuft – und wie du in Winterthur & Umgebung wieder zur Ruhe kommst
Eine einfache Übung für den Familienalltag
Wenn ein kleiner Tropfen zu viel ist
Manchmal gibt es Tage, da ist einfach alles zu viel: Ein quengelndes Kind, ein Streit unter Geschwistern, ein vergessener Termin – und plötzlich spürst du, wie die Geduld schwindet. Du reagierst heftiger, als du möchtest. Dabei ist es oft nicht der Moment selbst, der zu viel ist – sondern alles, was sich bis dahin angesammelt hat. Vielleicht liegt es nicht an deinem Kind. Sondern an deinem inneren Frustrationsgefäss, das schlicht und einfach voll ist.
Was ist das Frustrationsgefäss?
Stell dir vor, es ist Montag. Du hattest einen entspannten Tag, hast in Ruhe einen Kaffee mit einer Freundin getrunken und deine Meditation gemacht. Deine Kinder kommen heim, eines läuft mit dreckigen Schuhen durch die Wohnung. Du bleibst ruhig und regelst die Situation gelassen.
Am Donnerstag hingegen: Kaum geschlafen, der Tag war stressig. Wieder kommt eines deiner Kinder mit dreckigen Schuhen herein – diesmal explodierst du.
Warum? Es liegt an deinem Frustrationsgefäss, das sich über den Tag füllt. Das haben wir alle – Kinder wie Erwachsene. Damit es nicht überläuft, ist Selbstfürsorge wichtig.
Stell dir vor, du trägst ein unsichtbares Gefäss mit dir herum. Es füllt sich über den Tag mit allem, was dich stresst oder fordert: zu wenig Schlaf, Termindruck, Konflikte, Reizüberflutung, zu hohe Ansprüche an dich selbst. Manchmal ist es am Morgen noch halb leer – aber bis zum Abend randvoll. Und dann reicht ein kleiner Tropfen, damit es überläuft.
Kinder haben übrigens auch so ein Gefäss. Und oft knallt es, wenn zwei randvolle Gefässe aufeinandertreffen.
Warum dieses Bild so viel bewirken kann
Das Schöne an diesem Bild ist: Es macht etwas Unsichtbares sichtbar. Plötzlich gibt es einen Grund für deine Reaktion, ohne dass jemand Schuld haben muss. Es hilft dir und deinen Kindern, euch selbst besser zu verstehen. Und es ermöglicht Gespräche auf Augenhöhe: „Ich glaube, mein Glas war heute einfach schon ziemlich voll.“ Oder: „Was hat dein Glas heute gefüllt?“
Die Glas-Übung – ein kleiner Check-in mit grosser Wirkung
Diese Übung ist einfach und wirkungsvoll:
- Jedes Familienmitglied bekommt ein (leeres) Glas.
- Jeder füllt so viel Wasser ein, wie er oder sie gerade an innerem Druck spürt: Frust, Erschöpfung, Wut, Unruhe.
- Dann schaut ihr gemeinsam: Wie voll ist dein Glas heute?
Diese kleine Achtsamkeits-Übung hilft, ohne viele Worte sichtbar zu machen, wie es uns geht. Sie schafft ein Bewusstsein für Gefühle und Überforderung – bei Kindern und bei uns Erwachsenen.
Du kannst diese Übung morgens, vor dem Zubettgehen oder einfach zwischendurch machen. Besonders hilfreich ist sie, bevor die Kinder von der Schule oder dem Kindergarten nach Hause kommen. Denn dann kommen sie oft selbst mit einem fast übervollen Glas heim.
Was bringt das? Kleine Rituale – grosse Wirkung
Wenn du spürst, dass dein Glas besonders voll ist, kannst du zusätzlich eine kleine Körperübung machen:
👉 Klopfe sanft deine Arme, Beine und deinen Oberkörper ab – mit lockeren Händen, wie eine kleine Massage. Das hilft deinem Nervensystem, wieder ins Gleichgewicht zu kommen, und macht Spannungen im Körper spürbar und lösbar.
Die Glas-Übung schafft:
- Raum für Gespräche
- Wertschätzung für das eigene Empfinden
- Prävention für Streit
- Ein Gefühl von „Ich werde gesehen“
Und ganz ehrlich: Manchmal reicht es schon, das eigene Glas zu sehen und ernst zu nehmen. Das kann der erste Schritt sein, um bewusst gegenzusteuern.
Du kannst diese Übung auch kreativ gestalten:
- Zeichnet eigene Gläser auf Papier
- Nutzt farbiges Wasser oder Steine
- Hängt euer „Gefäss des Tages“ sichtbar auf, z. B. am Familienkalender
Wenn du möchtest, kannst du dir die Übung als PDF herunterladen und in der Küche aufhängen. Oder dein Kind malt sein eigenes Glas dazu.
Wenn du das Gefühl hast, dein Glas läuft ständig über
Wenn du merkst, dass dein Glas immer wieder zu voll wird und du dir wünschst, gelassener reagieren zu können: In meiner Praxis begleite ich Eltern dabei, ihren Alltag stressfreier zu gestalten und innere Ressourcen zu stärken.
→ Was du tun kannst, wenn die Wut doch mal überkocht? Lies hier weiter: Der Notfallkoffer für Eltern – 6 schnelle Übungen gegen akuten Stress.
💚 Unterstützung in Elsau, Winterthur und Umgebung
Viele Familien aus Elsau, Winterthur und der Umgebung kennen solche Situationen aus ihrem Alltag: Gereiztheit, Frust oder das Gefühl, alles geben zu wollen und trotzdem an Grenzen zu kommen.
Wenn du dir Unterstützung für dich und dein Kind wünschst, erfährst du hier mehr über meine kinesiologische Begleitung für Kinder, Jugendliche und Eltern. Gemeinsam schauen wir, was euch im Familienalltag wieder mehr Ruhe, Sicherheit und Verbindung schenken kann.
➡️ Zur Kinesiologie für Kinder & Familien