Wut bei Eltern: Warum sie kommt – und wie du in Winterthur & Umgebung wieder in Verbindung kommst

Wut bei Eltern: Warum sie kommt – und wie du in Winterthur & Umgebung wieder in Verbindung kommst

Ein ehrlicher Einblick und ein Notfallkoffer für den Familienalltag

 

Wenn die Wut plötzlich da ist

Ich erinnere mich noch gut an diesen einen Morgen. Mein Sohn schob sein Frühstück weg. Meine Tochter trödelte. Ich hatte kaum geschlafen, noch nichts gegessen – und plötzlich platzte es aus mir heraus: „Dann macht halt einfach, was ihr wollt!“

In der Sekunde, in der ich es sagte, wusste ich: Das wollte ich nicht. So wollte ich nicht mit ihnen reden. Ich war wütend. Laut. Ungerecht. Und gleichzeitig voller Schuldgefühle.

Ich bin Kinesiologin. Ich begleite Eltern. Ich rede über Selbstregulation, Achtsamkeit und Verbindung. Aber ich bin auch Mama. Und zu Hause treffen mich meine Kinder an Stellen, die manchmal wund sind.

Vielleicht kennst du das. Du liebst dein Kind – und trotzdem gibt es diese Momente, in denen du laut wirst, genervt bist oder dich selbst nicht wiedererkennst. Danach kommt das schlechte Gewissen: „Ich hätte nicht so reagieren dürfen.“

Aber weisst du was? Du bist nicht falsch. Du bist ein Mensch.

 

Wut ist kein Fehler – sie ist ein Signal

Wenn ich heute wütend werde, frage ich mich im Nachhinein oft: Was war da eigentlich los? Meistens ging es gar nicht um die Situation selbst. Nicht ums Müsli. Nicht ums Schuheanziehen. Sondern um etwas anderes:

  • Ich war müde.
  • Ich war überfordert.
  • Ich hatte das Gefühl, alles allein stemmen zu müssen.

Oder ein alter Glaubenssatz war plötzlich wieder da:

  • Ich darf keine Schwäche zeigen.
  • Ich muss funktionieren.
  • Ich darf keinen Fehler machen.

Wenn mein Kind dann trödelt oder meckert, trifft es genau diesen wunden Punkt. Die Wut ist wie ein Schutzschild. Sie meldet: Achtung, das wird zu viel!

Und das ist okay. Wichtig ist nicht, ob du wütend wirst – sondern wie du danach damit umgehst.

 

Der Notfallkoffer für Eltern: 6 schnelle Erste-Hilfe-Übungen

1. Raum verlassen & Energie ableiten

Geh kurz raus oder in einen anderen Raum. Stampfe mit den Füssen. Klopfe deine Arme, Beine und deinen Oberkörper ab – das reguliert dein Nervensystem und lässt Spannung abfliessen.

2. Kaltes Wasser & bewusste Berührung

Halte deine Hände unter kaltes Wasser. Oder massiere sanft deine Handgelenke. Beides hilft, wieder im Hier und Jetzt anzukommen.

3. Lautes Gähnen mit Geräusch

Gähne ganz bewusst. Lass ein Seufzen oder Brummen dazu entstehen. Gähnen aktiviert das Entspannungssystem im Körper.

4. Luftboxen oder Schütteln

Boxe ein paar Sekunden kraftvoll in die Luft – nicht aus Aggression, sondern zur Entladung. Oder schüttle deine Arme und Beine aus. Danach kannst du wieder freier atmen.

5. Zentrierung mit den drei Tantiems – die innere Achse finden

Diese Übung stammt ursprünglich aus dem Taiji-Qigong (inspiriert durch Cheung Awai, Berlin) und hilft, sich in stürmischen Momenten wieder auszurichten.

Schliesse deine Augen und stelle dir vor, in deinem Körper gibt es drei wichtige Zentren:

  • Eines im Kopf (Oberes Tantien – Denken)
  • Eines im Brustraum (Mittleres Tantien – Fühlen)
  • Eines im Bauch (Unteres Tantien – Handeln, Kraft)

Spüre jede Ebene einzeln. Wo sitzt dein Fokus gerade? Manchmal ist eine Ebene kaum spürbar oder fühlt sich „verrutscht“ an.

Dann stelle dir vor, wie sich diese drei Zentren langsam übereinander einreihen – wie eine senkrechte innere Linie von oben nach unten. Ganz ruhig, ganz bewusst. Dein Körper richtet sich auf. Dein Atem wird ruhiger. Du kommst in deine Mitte zurück.

💡 Wichtig zu wissen:
Gerade diese Übung braucht etwas Übung. Wenn du sie zum ersten Mal machst, wirst du vielleicht nicht sofort etwas spüren – und das ist völlig normal. Deshalb ist es hilfreich, sie auch in ruhigen Momenten in den Alltag einzubauen – z. B. morgens im Bad oder abends vor dem Einschlafen. So lernt dein Nervensystem: „Ah, das ist mein innerer Ruhepunkt.“ Und du kannst ihn in stressigen Situationen viel schneller wiederfinden.

6. Deine ganz persönliche Übung – was tut dir gut?

Vielleicht kennst du bereits eine Bewegung, ein kleines Ritual, eine Haltung, die dich stärkt. Vielleicht hast du etwas in deiner Kindheit gemacht, das dir Sicherheit gegeben hat. Oder du erinnerst dich an eine Atemübung, ein Lied, eine Affirmation – oder einfach an den Duft eines ätherischen Öls, das dir guttut.

Gib dir selbst die Erlaubnis, deinen eigenen Punkt 6 zu gestalten. Was brauchst du, um wieder in deine Kraft zu kommen?

✍️ Schreib es dir auf.
🧠 Erinnere dich an alte Ressourcen.
❤️ Mach es zu deinem ganz persönlichen Notfallkoffer.

PDF Notfallkoffer für Eltern

Was Kinder nicht brauchen – und was sie wirklich stärkt

Was dein Kind nicht braucht:

  • Eine perfekte Mama oder einen perfekten Papa
  • Ständige gute Laune
  • Immer 100 % Geduld

Was dein Kind braucht:

  • Einen Menschen, der bereit ist, dazuzulernen
  • Eine ehrliche Entschuldigung
  • Liebevolle Wiederverbindung nach der Wut

 

Was dein Kind nach deiner Wut braucht

Wenn ich laut wurde, hilft mir ein ehrlicher Satz wie:
„Es tut mir leid. Ich war zu wütend. Du warst nicht schuld.“

Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen echte. Die sich entschuldigen. Die zeigen: Auch Erwachsene müssen manchmal neu anfangen.

Ein kurzes Kuscheln, ein Glas Wasser zusammen trinken oder einfach: da sein. Das reicht oft schon.

Hier ein paar einfache Rituale, die nach einem Streit helfen können, wieder in Verbindung zu kommen:

  • Gemeinsam etwas malen oder bauen: „Wie fühlt sich dein Tag an in Farben?“
  • Eine stille Kuschelminute mit bewusstem, tiefem Atem
  • Gemeinsam ein Glas Wasser trinken und sagen: „Wir starten nochmal.“

 

Was du nicht brauchst: Schuldgefühle, die bleiben

Du darfst hinschauen. Du darfst traurig sein. Aber bleib nicht in der Schuld stecken. Wut zu zeigen macht dich nicht zu einer schlechten Mutter oder einem schlechten Vater. Es zeigt nur: Du hast gerade zu viel getragen.

Du darfst wütend sein. Du darfst lernen, anders damit umzugehen. Schritt für Schritt.

💚 Unterstützung in Elsau, Winterthur und Umgebung

Viele Familien aus Elsau, Winterthur und der Umgebung kennen solche Situationen aus ihrem Alltag: Gereiztheit, Frust oder das Gefühl, alles geben zu wollen und trotzdem an Grenzen zu kommen.

Wenn du dir Unterstützung für dich und dein Kind wünschst, erfährst du hier mehr über meine kinesiologische Begleitung für Kinder, Jugendliche und Eltern. Gemeinsam schauen wir, was euch im Familienalltag wieder mehr Ruhe, Sicherheit und Verbindung schenken kann.


➡️ Zur Kinesiologie für Kinder & Familien

 

 

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→ Du willst besser verstehen, wann deine Wut entsteht und wie du früher gegensteuern kannst? Dann lies hier weiter:
👉 Wie voll ist dein Frustrationsgefäss? Eine einfache Übung für den Familienalltag