Wenn die Wartezeit zur eigenen Belastung wird – was Kinder und Eltern brauchen, während sie auf einen Therapieplatz warten
Kinesiologie für Kinder und Jugendliche in Elsau bei Winterthur
Mehrere Monate. Manchmal noch länger. Viele Familien warten heute lange auf einen Platz in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, bei einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten oder auf eine schulpsychologische Abklärung.
Für Eltern, die spüren, dass ihr Kind Unterstützung braucht, kann diese Wartezeit sehr belastend sein. Der wichtige erste Schritt ist gemacht: Man hat Hilfe gesucht, Gespräche geführt, vielleicht bereits Formulare ausgefüllt und eine Anmeldung vorgenommen. Und danach heisst es plötzlich: warten.
Dabei geht das Leben weiter. Die Schule geht weiter. Konflikte, Ängste oder körperliche Beschwerden verschwinden nicht automatisch, nur weil ein Termin vereinbart ist. Vielleicht hat ein Kind weiterhin Bauchschmerzen vor der Schule, kann abends kaum einschlafen, zieht sich zurück, reagiert schnell gereizt oder entwickelt zunehmend Angst vor Prüfungen oder bestimmten Situationen.
Auch für Eltern kann dieser Schwebezustand schwierig sein. Sie haben gehandelt und möchten gleichzeitig nicht einfach mehrere Monate zuschauen.
Ich erlebe in meiner Praxis für Kinesiologie in Elsau bei Winterthur immer wieder Familien, die sich genau in dieser Situation befinden.
Eine Warteliste muss nicht Stillstand bedeuten
Wenn ein Kind auf einen Therapieplatz oder eine psychologische Abklärung wartet, bedeutet das nicht automatisch, dass bis dahin gar nichts möglich ist.
Es kann sinnvoll sein, bereits während dieser Zeit zu schauen:
Was belastet das Kind im Moment besonders?
Was hilft ihm, wieder etwas zur Ruhe zu kommen?
Welche Strategien kann es selbst im Alltag anwenden?
Und wie können Eltern ihr Kind unterstützen, ohne noch mehr Druck aufzubauen?
Genau hier kann eine ergänzende Begleitung ansetzen.
Ein wichtiger Punkt vorweg: Kinesiologie ersetzt keine Psychotherapie
Kinesiologie ist keine medizinische oder psychologische Diagnostik und ersetzt weder eine fachärztliche Abklärung noch eine Psychotherapie.
Wenn sich im Erstkontakt Hinweise zeigen, die medizinisch oder psychologisch abgeklärt werden sollten, spreche ich das offen an und verweise bei Bedarf an die entsprechende Fachstelle.
Auch meine Rückmeldungen nach einer Sitzung sind immer als Momentaufnahme zu verstehen und stellen keine Diagnose dar.
Kinesiologie kann aber während einer längeren Wartezeit eine ergänzende Unterstützung für Kinder und Jugendliche sein.
Nicht mit dem Ziel, eine geplante Abklärung oder Therapie zu ersetzen. Sondern um die Zeit bis dahin möglichst sinnvoll zu nutzen.
Warum lange Wartezeiten für Kinder schwierig sein können
Kinder erleben ihre Belastungen sehr unterschiedlich.
Manche sagen klar: „Ich habe Angst.“
Andere können kaum erklären, was eigentlich los ist.
Stattdessen zeigen sich vielleicht:
Bauchschmerzen oder Übelkeit
Einschlafprobleme oder unruhiger Schlaf
Schulangst oder Prüfungsangst
Rückzug
schnelle Überforderung
Wut oder starke emotionale Reaktionen
Unsicherheit und wenig Selbstvertrauen
Schwierigkeiten mit Veränderungen
Anspannung vor Schule oder Kindergarten
Gerade bei Kindern zeigt sich Stress häufig nicht nur in Gedanken und Gefühlen, sondern auch körperlich oder über das Verhalten.
Wenn der Körper mitreagiert
Manche Kinder bekommen in belastenden Situationen immer wieder Bauchschmerzen oder Übelkeit. Dabei ist wichtig, körperliche Beschwerden ernst zu nehmen und bei Bedarf medizinisch abklären zu lassen. Gleichzeitig können Stress und Anspannung den Körper deutlich beeinflussen.
💚 Weiterlesen: Bauchschmerzen bei Kindern – wenn der Bauch spricht
Auch der Schlaf reagiert oft sensibel auf innere Anspannung. Gedanken kreisen weiter, das Einschlafen dauert lange oder Kinder brauchen plötzlich wieder deutlich mehr Begleitung am Abend.
💚 Weiterlesen: Schlafprobleme bei Kindern – warum Ruhe manchmal so schwerfällt
Und gerade rund um die Schule kann sich Belastung sehr unterschiedlich zeigen: durch Prüfungsangst, Bauchweh am Morgen, Rückzug, Vermeidung oder die Angst, im Unterricht etwas falsch zu machen.
💚 Weiterlesen: Prüfungsangst und Stress bei Kindern – was helfen kann
Während Erwachsene wissen: „In vier Monaten haben wir einen Termin“, ist diese Zeitspanne für ein Kind kaum greifbar.
Das, was heute schwierig ist, ist heute schwierig.
Deshalb finde ich es wichtig, nicht nur auf den späteren Termin zu schauen, sondern auch darauf, was dem Kind bereits jetzt helfen kann.
Was Kinesiologie während der Wartezeit unterstützen kann
In meiner Praxis geht es in dieser Phase nicht darum, die Aufgabe der Psychotherapie, Psychiatrie oder schulpsychologischen Abklärung zu übernehmen.
Ich schaue vielmehr gemeinsam mit dem Kind und den Eltern darauf, wo im aktuellen Alltag Entlastung möglich ist.
Das kann beispielsweise bedeuten:
das Nervensystem und die Selbstregulation zu unterstützen
dem Kind einfache Werkzeuge für belastende Situationen mitzugeben
Strategien für Schule, Kindergarten oder Zuhause zu entwickeln
Selbstvertrauen und die Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten zu stärken
besser zu erkennen, wann Anspannung zunimmt und was dann helfen kann
Eltern konkrete Möglichkeiten für den Alltag mitzugeben
Manchmal sind es erstaunlich kleine Dinge, die einen Unterschied machen.
Eine Atemübung vor einer Prüfung.
Eine kurze Bewegung, wenn die innere Unruhe steigt.
Eine Möglichkeit, den Schultag bewusst abzuschliessen.
Ein Bild oder eine Übung, die einem Kind hilft, sich wieder sicherer zu fühlen.
Solche Werkzeuge lösen nicht automatisch das zugrunde liegende Problem. Aber sie können einem Kind das Gefühl zurückgeben:
Ich kann selbst etwas tun.
Und genau diese Erfahrung kann in einer langen Wartezeit sehr wertvoll sein.
Nicht entweder – oder, sondern ergänzend
Mir ist die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachrichtungen wichtig.
Kinder profitieren nicht davon, wenn Schulmedizin, Psychologie und Komplementärtherapie gegeneinander ausgespielt werden.
Sie haben unterschiedliche Aufgaben.
Eine kinderpsychiatrische oder psychologische Fachperson kann diagnostisch einordnen, psychische Erkrankungen erkennen und eine entsprechende Behandlung planen.
Die Kinesiologie arbeitet anders und versteht sich als komplementärtherapeutische Begleitung.
Für mich ist deshalb nicht die Frage:
Psychotherapie oder Kinesiologie?
Sondern vielmehr:
Was braucht dieses Kind – und wer kann welchen Teil dazu beitragen?
Ein Beispiel aus meiner Praxis
Ein Kind kam zu mir, während die Familie bereits auf einen Termin bei einer kinder- und jugendpsychiatrischen Fachperson wartete. Die Wartezeit betrug mehrere Monate.
In dieser Zeit arbeiteten wir regelmässig an Regulation, Selbstvertrauen und an konkreten Möglichkeiten, die dem Kind im Alltag halfen.
Als der fachärztliche Termin schliesslich stattfand, hatte sich die Situation bereits deutlich verändert. Nach der dortigen Einschätzung war zu diesem Zeitpunkt keine weiterführende Behandlung notwendig. Der Familie wurde empfohlen, die bisherige Begleitung weiterzuführen.
Dieses Beispiel ist zum Schutz der Privatsphäre in einzelnen, für die Aussage nicht relevanten Details verändert.
Für mich zeigt diese Erfahrung sehr schön, wie unterschiedliche Fachrichtungen sich ergänzen können, statt in Konkurrenz zueinander zu stehen.
Genau diese Zusammenarbeit wünsche ich mir auch für die Zukunft: einen unkomplizierten Austausch zwischen Eltern, Psychologie, Psychiatrie, Pädiatrie, Schule und komplementärtherapeutischer Begleitung – dort, wo dies für ein Kind sinnvoll ist.
Was Eltern während der Wartezeit selbst tun können
Veränderungen beobachten
Es kann hilfreich sein, sich zu notieren, wann Beschwerden auftreten, welche Situationen besonders schwierig sind und was dem Kind hilft.
Das muss kein ausführliches Tagebuch sein. Einige Stichworte reichen oft schon.
Diese Beobachtungen können später auch für die psychologische, schulpsychologische oder medizinische Abklärung hilfreich sein.
Kleine Schritte ernst nehmen
Nicht jedes Problem lässt sich sofort lösen.
Aber wenn ein Kind wieder etwas leichter einschlafen kann, einen Schultag besser bewältigt oder vor einer Prüfung eine Strategie anwenden kann, ist auch das ein wichtiger Schritt.
Mit dem Kind über die Wartezeit sprechen
Ein Kind sollte möglichst nicht das Gefühl bekommen:
„Mit mir stimmt etwas nicht und irgendwann kommt jemand, der mich repariert.“
Hilfreicher kann eine Botschaft sein wie:
„Wir schauen gemeinsam, was dir jetzt schon helfen kann. Und später kommt noch jemand dazu, der uns zusätzlich unterstützt.“
Damit bleibt das Kind nicht nur in einer passiven Warteposition.
Veränderungen der Fachstelle mitteilen
Wenn sich die Situation während der Wartezeit deutlich verändert – zum Positiven oder zum Negativen –, kann es sinnvoll sein, die zuständige Fachstelle darüber zu informieren.
Bei einer deutlichen Verschlechterung nicht einfach weiterwarten
Eine bestehende Warteliste bedeutet nicht, dass man bei einer akuten Krise bis zum vereinbarten Termin warten muss.
Bei einer starken psychischen Verschlechterung, Selbst- oder Fremdgefährdung oder einer Situation, die Eltern nicht mehr einschätzen können, braucht es zeitnah ärztliche beziehungsweise kinder- und jugendpsychiatrische Unterstützung.
Auch Eltern brauchen während dieser Zeit Unterstützung
Wenn ein Kind über Wochen oder Monate belastet ist, betrifft das selten nur das Kind.
Eltern organisieren Termine, führen Gespräche mit Lehrpersonen, begleiten schwierige Morgen, machen sich nachts Gedanken und versuchen gleichzeitig, den Familienalltag aufrechtzuerhalten.
Oft entsteht dabei die Frage:
Mache ich genug?
Dabei braucht es nicht ständig eine neue Lösung.
Manchmal hilft bereits eine Aussensicht, um zu sortieren:
Was ist im Moment wirklich wichtig?
Wo darf Druck herausgenommen werden?
Was können wir beeinflussen – und was gerade nicht?
Auch solche Gespräche haben in meiner Arbeit mit Familien ihren Platz.
Kinesiologische Begleitung für Kinder und Jugendliche in Elsau bei Winterthur
Wenn Ihr Kind auf einen Therapieplatz, eine kinderpsychiatrische Abklärung oder einen schulpsychologischen Termin wartet und Sie diese Zeit sinnvoll überbrücken möchten, dürfen Sie sich gerne bei mir melden.
Gemeinsam schauen wir, welche Unterstützung im Moment sinnvoll ist und wo die Grenzen der kinesiologischen Begleitung liegen.
Kinesiologie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Sie kann jedoch ergänzend dazu beitragen, einem Kind während einer belastenden Zeit konkrete Werkzeuge, mehr Selbstwahrnehmung und Möglichkeiten zur Regulation mitzugeben.
💚 Mehr über meine kinesiologische Begleitung für Kinder und Jugendliche erfahren
Häufige Fragen zur Wartezeit auf einen Therapieplatz
Was kann ich tun, wenn mein Kind lange auf einen Therapieplatz warten muss?
Auch während der Wartezeit muss nicht alles stillstehen. Eltern können beobachten, was ihr Kind im Alltag besonders belastet, hilfreiche Strategien ausprobieren und bei Bedarf ergänzende Unterstützung suchen. Wichtig ist, eine geplante psychologische, psychiatrische oder medizinische Abklärung trotzdem weiterzuverfolgen.
Kann Kinesiologie die Wartezeit auf eine Psychotherapie überbrücken?
Kinesiologie kann während der Wartezeit ergänzend begleiten. In meiner Praxis geht es dabei zum Beispiel um Selbstregulation, den Umgang mit Anspannung, stärkende Ressourcen und konkrete Werkzeuge für den Alltag. Sie ersetzt jedoch keine psychologische oder psychiatrische Diagnostik und keine Psychotherapie.
Sollte ich den Termin bei der Fachstelle absagen, wenn es meinem Kind inzwischen besser geht?
Nein, nicht vorschnell. Wenn sich die Situation verändert hat, ist es sinnvoll, dies der zuständigen Fachstelle mitzuteilen. Gemeinsam kann dann eingeschätzt werden, ob der vereinbarte Termin weiterhin notwendig ist.
Welche Beschwerden können bei belasteten Kindern auftreten?
Belastungen können sich bei Kindern sehr unterschiedlich zeigen. Möglich sind beispielsweise Bauchschmerzen, Schlafprobleme, Ängste, Rückzug, starke Anspannung, Wut, Unsicherheit oder Schwierigkeiten rund um Schule und Kindergarten. Körperliche Beschwerden sollten dabei immer ernst genommen und bei Bedarf medizinisch abgeklärt werden.
Was mache ich, wenn sich die Situation während der Wartezeit deutlich verschlechtert?
Bei einer deutlichen Verschlechterung oder einer akuten psychischen Krise sollte nicht einfach bis zum vereinbarten Termin gewartet werden. Wenden Sie sich zeitnah an die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt, die zuständige Fachstelle oder einen kinder- und jugendpsychiatrischen Notfalldienst.
Wie kann ich mein Kind während der Wartezeit unterstützen?
Hilfreich sind oft kleine, verlässliche Schritte: zuhören, Druck reduzieren, Alltag und Übergänge möglichst überschaubar gestalten und gemeinsam herausfinden, was dem Kind hilft, wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Auch Eltern dürfen sich in dieser Zeit Unterstützung holen.
Bietest du Kinesiologie für Kinder aus Winterthur und Umgebung an?
Ja. Ich begleite Kinder, Jugendliche und Familien in meiner Praxis in Elsau bei Winterthur. Dabei arbeite ich komplementär und sehe meine Begleitung als mögliche Ergänzung zu medizinischer, psychologischer oder schulischer Unterstützung.
Sie arbeiten mit Kindern und Jugendlichen?
Wenn Sie in Psychologie, Psychiatrie, Pädiatrie, Schulpsychologie oder im schulischen Umfeld tätig sind, freue ich mich ebenfalls über einen fachlichen Austausch und eine gute Zusammenarbeit im Sinne der Kinder und Familien.
Passend dazu: Schulmedizin & Kinesiologie – warum ich auf Zusammenarbeit setze